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Der Verband

Der Paritätische sieht optimale Betreuung von Kindern mit Behinderung in Rheinland-Pfalz akut gefährdet

In Rheinland-Pfalz gibt es 47 integrative Kitas, die von Paritätischen Mitgliedsorganisationen betrieben werden, in denen seit vielen Jahren Inklusion beispielhaft gelebt wird. Kinder mit einer Behinderung werden dort in ihren geistigen und körperlichen Entwicklungen individuell gefördert und so optimal versorgt. Es geht dabei um mehr als ein schlichtes „Dabeisein“ von Kindern mit einer Behinderung. Dies erfordert Fachpersonal, das qualifiziert ist, die Persönlichkeit, Begabung und Individualität der Kinder zur Entfaltung zu bringen. Auch spezielle räumliche Voraussetzungen sowie eine integrative therapeutische Versorgung sind dabei unabdingbar. Dieses sehr erfolgreiche Konzept steht nun zur Disposition.


Es besteht die Idee, dass alle Kinder, egal ob mit oder ohne eine Behinderung, gemeinsam den Regelkindergarten vor Ort besuchen sollen. Diese wünschenswerte Idee wird vom Paritätischen seit Jahren mitgetragen. Es bedarf dazu aber einer grundlegenden personellen und sachlichen Ausstattung, die diese Inklusion erfolgreich werden lässt. Leider ist die Umsetzung ohne diese Ausstattung geplant.


Die Folgen für die betreuten Kinder mit einer schweren oder Mehrfachst-Behinderung in Rheinland-Pfalz wären gravierend: Therapeutische Leistungen, die heute personell in ein interdisziplinäres Team eingebettet sind, damit nicht nur mit dem Kind punktuell geübt wird, sondern wesentliche Aspekte der Förderung im Alltag der Einrichtungen und der Familien beachtet werden, würden vollständig wegfallen. Nicht nur die erforderliche Qualität einer umfassenden heilpädagogischen Förderung wäre damit in Gefahr, sondern auch die dafür notwendigen personellen sowie räumlichen Voraussetzungen könnten nicht mehr vorgehalten werden.
Zudem sollen die Träger von heilpädagogischen und integrativen Kitas in Zukunft einen sogenannten Trägeranteil erbringen, der bis zu 10% der Personalkosten und die gesamten Sach- und Investitionskosten betragen würde. Dies wäre für die Träger der Kitas nicht leistbar und würde auch dem Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Kindern mit Behinderungen nicht gerecht.


„Ein erheblicher Wegfall der Kita-Plätze gerade für Kinder mit einer Behinderung wäre nicht nur für die Kinder und deren Familien ein katastrophales Zeichen, sondern würde die gelebte Inklusion, für die wir uns als Verband zusammen mit unseren Mitgliedern seit Jahrzehnten intensiv einsetzen, massiv zurückwerfen“, so Michael Hamm, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz | Saarland.


Es entstünden menschliche und volkswirtschaftliche Folgekosten durch eine verfehlte „Pseudo-Inklusion“ in „Regel-Kitas“, die dazu weder personell noch räumlich ausgestattet sind, nur um kurzsichtige, vordergründige Spareffekte zu erzielen. Die Folge für die betroffenen Kinder und ihre Familien wäre mit einem Rückfall in die 1960er Jahre vergleichbar, da eine Betreuung in einer „normalen“ Kita selbst mit Integrationshilfe nicht mehr sichergestellt wäre und sie so zu Hause versorgt werden müssten.
„Im Sinne der betroffenen Kinder ist es daher unabdingbar, dass wir nun gemeinsam mit den politischen Verantwortlichen eine Lösung finden, die einer wirklichen, zukunftsgewandten und gelebten Inklusion in Rheinland-Pfalz gerecht wird“, so Regine Schuster, stv. Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Rheinland-Pfalz | Saarland.


DEMOAUFRUF:

Wir unterstützen die Demonstration unserer Mitgliedsorganisation, der Lebenshilfe Westpfalz e.V., am 7. November um 14:30 auf dem Rathausvorplatz, in Kaiserslautern unter dem Slogan: „Für unsere Kinder“.

Weitere Informationen zur Demonstration

 

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