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Der Verband

Digitale Innovationen in der Sozialwirtschaft – Wie Corona die Arbeit von Einrichtungen nachhaltig verändern könnte

Auch in unserem Paritätischen Landesverband hat die Corona-Pandemie zu einem drastischen Aufschwung in der Digitalisierung der Arbeitsprozesse geführt. Videokonferenzen, die Vernetzung der Mitarbeiter*innen im Home Office oder die gemeinsame Arbeit an Dokumenten auf Online Plattformen… all dies ist fast schon neugelebte Realität im Arbeitsalltag geworden.

Besonders für unsere Mitglieder war und ist diese digitale Umstellung jedoch eine besondere, manchmal unmögliche Herausforderung. Gerade die enge Arbeit mit Menschen, die oftmals auf eine ganz persönliche und nahe Betreuung und Hilfeleistung angewiesen sind, kann nur schwer durch digitale Tools ersetzt werden.

Ein äußerst gelungenes Beispiel kann man bei unserer Mitgliedsorganisation, dem Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum in Neuwied, beobachten.

Das HTZ ist eine überkonfessionelle Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe. Ihr Sozialpädiatrische Zentrum bietet als größtes ambulantes Zentrum in Rheinland-Pfalz ganzheitliche, individuelle Unterstützung für Kinder im Alter von 0-18 Jahren in verschiedenen Fachdisziplinen. Schwerpunkte des Arbeit des multiprofessionellen Teams liegen in den Bereichen von schwerwiegenden Entwicklungsstörungen, komplexen Behinderungen oder Störungen auf mehreren Ebenen (Intelligenz, körperlich-neurologisch, sozial, psychisch bzw. verhaltensbezogen).

Bereits am 24. März war die Anordnung der landesweiten Schließung des SPZ erfolgt. Konkret bedeutete dies für das Sozialpädriatische  Zentrum, dass mit diesem Stichtag alle medizinisch-therapeutischen und heilpädagogischen Maßnahmen am Kind einzustellen waren. So entfiel quasi über Nacht die dringend notwendige medizinisch-pädagogisch Versorgung vieler junger Patienten*innen und ihren Familien.

Um weiterhin für die versorgungsbedürftigen Kinder da zu sein, wurden die Therapien zunächst per telefonischer Beratung fortgesetzt. Allerdings erfolgten sie auf eigenes wirtschaftliches Risiko, denn abrechenbar bei den Kostenträgern waren lediglich die telefonischen Behandlungen der Ärzte, Psychologen und die der nichtmedizinischen Frühförderer. Im HTZ Neuwied wurde daher unter Hochdruck an einer Alternativlösung gearbeitet.

Ein Arbeitskreis aus eigenen Mitarbeitern, unterstützt von einer externen Beratungsfirma beschäftige sich intensiv mit der Thematik, entwickelte ein internes Anforderungsprofil, sichtete die Anbieter von Video Online Formaten und ermittelte die zu beachtenden rechtlichen Rahmenbedingungen und die Ausstattung mit dem notwendigen technischen Equipment.

Bereits am 20. April konnte das Projekt „Video Online Therapie“ erfolgreich zum Abschluss gebracht und die ersten Behandlungen per Video durchgeführt werden.

Das HTZ Neuwied ist landesweit das erste SPZ, das flächendeckend die Möglichkeit von Videotherapien anbietet und somit die weitere medizinisch-therapeutische Versorgung seiner jungen Klienten sicherstellt. In den ersten beiden Wochen wurden bereits weit über 400 Therapien im Online Format durchgeführt.

Eltern und Kinder nehmen das Angebot überwiegend gerne an. Sie fühlen sich dadurch in der Corona Krise sehr entlastet und Therapieerfolge können so gesichert werden.

„Wir freuen uns, dass unsere Mitgliedsorganisationen mit solch einer Kreativität und dem Wissen um die Bedürfnisse ihrer Klient*innen neue Formate entwickeln. Jetzt gilt es, diesen Innovationsschub auch für die Zeit nach der Corona-Krise zu bewahren. Wir brauchen einen Innovationsfonds für gemeinnützige Organisationen, damit neue Ideen weiterentwickelt und verstetigt werden können.“, so der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz | Saarland, Michael Hamm.

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